Longevity: 69 Prozent der Deutschen sehen Potenzial für mehr gesunde Lebensjahre
Länger leben und dabei möglichst lange gesund bleiben - das wünschen sich viele Menschen. Unter dem Stichwort „Longevity“ wird dieses Ziel seit einiger Zeit breit diskutiert. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit zeigt nun: 69 Prozent der Deutschen sehen durchaus Potenzial, den eigenen Alterungsprozess zu verlangsamen. Gleichzeitig kennt jeder Zweite den Begriff Longevity noch gar nicht.
Was bedeutet Longevity eigentlich?
Longevity meint nicht einfach nur ein langes Leben. Gemeint ist vielmehr das Ziel, die Zahl der gesunden Lebensjahre zu erhöhen - also nicht nur älter zu werden, sondern möglichst lange körperlich und geistig fit zu bleiben. Bewegung, Ernährung, Schlaf, soziale Kontakte und geistige Aktivität gelten dabei als zentrale Bausteine.
Allerdings ist der Begriff vielen Menschen noch nicht geläufig. Laut der Forsa-Umfrage kann die Hälfte der Befragten mit dem Wort Longevity nichts anfangen. Das zeigt: Die Idee dahinter kommt bei den meisten an, der Fachbegriff selbst hat sich aber noch nicht durchgesetzt.
Große Bereitschaft für einen gesünderen Lebensstil
Wer die Möglichkeit sieht, das eigene Altern positiv zu beeinflussen, ist auch bereit, etwas dafür zu tun. Die Umfrage zeigt deutliche Bereitschaft in mehreren Bereichen: 74 Prozent der Befragten würden mehr Sport treiben, um länger gesund zu bleiben. 71 Prozent setzen auf den Erhalt sozialer Kontakte, 62 Prozent wollen gezielt ihr Gehirn trainieren und 59 Prozent sehen in besserem Schlaf einen wichtigen Hebel.
Das sind beachtliche Zahlen - und sie decken sich mit dem, was Mediziner seit Jahren empfehlen. Wer sich regelmäßig bewegt, soziale Bindungen pflegt und auf ausreichend Schlaf achtet, kann tatsächlich viel für die eigene Gesundheit im Alter tun. Wie wichtig zum Beispiel Fitness im Alter ist, haben wir in unserem Ratgeber ausführlich zusammengestellt. Auch Tipps für eine gesunde Ernährung im Alter haben wir für Sie.
Was Menschen davon abhält, mehr für ihre Gesundheit zu tun
Trotz der hohen Bereitschaft gibt es Hürden, die viele davon abhalten, ihre Vorsätze in die Tat umzusetzen. 40 Prozent der Befragten nennen Zeitmangel als größtes Hindernis. 35 Prozent scheitern an fehlender Motivation oder Disziplin, und für 22 Prozent spielen die Kosten eine Rolle.
Hinzu kommt eine grundsätzliche Einstellung: 49 Prozent betrachten das Altern als natürlichen Prozess, den man nicht aufhalten sollte. Das zeigt, dass Longevity durchaus kontrovers gesehen wird. Nicht jeder möchte aktiv gegen das Älterwerden ankämpfen - viele akzeptieren es als Teil des Lebens.
Prävention wird zu wenig genutzt
Ein weiterer auffälliger Befund: 49 Prozent der Befragten nehmen derzeit keinerlei Präventionsangebote wahr. Dabei bieten Krankenkassen und Gesundheitseinrichtungen zahlreiche Programme an, die genau auf die Förderung gesunder Lebensjahre abzielen - von Bewegungskursen über Ernährungsberatung bis hin zu Stressbewältigung.
Hier scheint es also eine Lücke zwischen dem Wunsch nach einem gesünderen Leben und der tatsächlichen Nutzung vorhandener Angebote zu geben. Wer sich informieren möchte, sollte bei seiner Krankenkasse nachfragen, welche Leistungen zur Gesundheitsvorsorge übernommen werden.
Ärzte genießen hohes Vertrauen, Influencer kaum
Wenn es um verlässliche Gesundheitsinformationen geht, vertrauen die Deutschen klar auf die klassische Medizin. 90 Prozent der Befragten halten Ärzte für die vertrauenswürdigste Quelle. Gerade einmal 4 Prozent stufen Beiträge von Influencern in sozialen Medien als glaubwürdig ein.
Das ist ein deutliches Signal: Auch wenn Longevity-Tipps auf Social-Media-Plattformen derzeit Konjunktur haben, setzen die meisten Menschen weiterhin auf das persönliche Gespräch mit ihrem Arzt. Für Senioren dürfte das besonders gelten, denn das Vertrauensverhältnis zum Hausarzt ist gerade in der älteren Generation stark ausgeprägt.
Über die Umfrage
Die Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit. Befragt wurden 1.043 Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren im Zeitraum vom 7. bis 18. August 2026.
Quelle: DAK-Gesundheit / Forsa-Umfrage, Pressemitteilung vom 31. August 2026.
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