Kosten für einen Platz im Pflegeheim

Senior auf der Suche nach einem Pflegehein
Was kostet ein Platz im Pflegeheim? Und wer zahlt diese? ( Foto © Marco2811 )

Was kostet ein Platz im Pflegeheim?

Wenn der Umzug in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung ansteht, sind viele Fragen offen. Vor allem die nach der Finanzierung der Heimkosten. Mit welchen Ausgaben Pflegebedürftige und ihre Angehörigen rechnen müssen und wer für diese Summe aufkommt, zeigt die nachfolgende Übersicht.

Zusammensetzung der Kosten für ein Pflegeheim

Anders als bei einer ambulanten Versorgung setzen sich die Pflegeheimkosten bei einer vollstationären Unterbringung nicht ausschließlich aus den Kosten für den pflegerischen Aufwand zusammen. Denn wer komplett ins Heim zieht, muss darüber hinaus weitere Kostenpunkte berücksichtigen. Konkret fallen an:

  • Unterkunft: Noch bevor die erste pflegerische Handlung berechnet wird, beginnen die Kosten bereits bei der Unterkunft. Denn Menschen, die stationär versorgt werden, verlagern ihren Wohnsitz komplett in das Pflegeheim. Der Anteil für die Unterkunft entspricht einer Miete für das bezogene Zimmer.
  • Verpflegung: Frühstück, Mittagessen, Abendessen, dazu Zwischenmahlzeiten und Getränke - auch die Verpflegung fließt in die Gesamtkosten mit ein.
  • Investitionskosten: Wie die Unterkunft und Verpflegung kann die Höhe der Investitionskosten von Einrichtung zu Einrichtung variieren. Denn das Pflegeheim selbst setzt den Investsatz unter Berücksichtigung des baulichen Zustands des Hauses, vorliegender Anschaffungs- und Abschreibungskosten fest.
  • Pflegesatz: Der Kern der Dienstleistung, die eigentliche Pflege, wird nach einem regelmäßig aktualisierten Pflegesatz abgerechnet. Die Beträge steigen je nach Pflegestufe bzw. ab 2017 Pflegegrad, an. Im gleichen Zug erhöht sich aber auch der von der Kasse übernommene Anteil an den Kosten.

Die Gesamtkosten für einen Platz im Pflegeheim

Alle vier Faktoren ergeben zusammen die Gesamtkosten eines Pflegeplatzes in einer vollstationären Einrichtung. Diese können je nach Lage und Ausstattung des Hauses und der vorliegenden Einstufung des Betroffenen dennoch stark variieren. Im Schnitt müssen Bewohner eines Pflegeheims mit monatlichen Kosten in Höhe von ca. 2.000 € bis 4.000 € rechnen.

Wer trägt die Kosten für das Pflegeheim?

Wer trägt die Kosten für den Platz im Pflegeheim? Eine wichtige Frage für den Pflegebedürftigen aber auch für die Angehörigen!

Leistungen der Pflegekasse für den Platz im Pflegeheim

Im Pflegefall zahlt die Pflegekasse. Aber eben nur für die Pflege. Genau deshalb genügt der Anteil der Kasse nicht, um die Gesamtkosten des Pflegeplatzes zu decken.
Bewohner mit Pflegestufe 1, die einen Pflegebedarf von 90 Minuten täglich, davon mindestens 46 Minuten für die Grundpflege, z. B. die Körperhygiene und das Essen, aufweisen, erhalten von den Pflegekassen derzeit einheitlich 1.064 €. In Pflegestufe 3 ist der Zeitaufwand höher, der Anteil der Pflegekasse ebenfalls - aktuell übernimmt die Kasse hier 1.612 € von den Gesamtkosten. Mit der Überführung der Pflegestufen in Pflegegrade verändert sich auch der Anteil der Pflegekassen nochmals.
Wenn 2017 statt drei Pflegestufen fünf Pflegegrade zur Verfügung stehen, zahlt die Kasse bei Pflegegrad 2 770 €, bei Pflegegrad 5 schließlich 2.005 € für die stationäre Versorgung in einem Alten- und Pflegeheim. Kosten für die Verpflegung, Unterkunft und Investitionsaufwendungen sind vom Pflegebedürftigen selbst zu tragen. Am Ende bleibt also durchaus eine noch beachtliche Restsumme, die der Versicherte selbst zu tilgen hat.

Wenn die Rente für einen Platz im Pflegeheim nicht ausreicht

Die Unterbringung in einem Pflegeheim ist sehr kostenintensiv, auch wenn es sich nicht um eine prunkvolle Seniorenresidenz handelt.
Viele Betroffene können diese aus eigenen Mitteln nicht decken. Wenn die finanziellen Mittel des Pflegebedürftigen nicht ausreichen, kann der Staat einspringen. Hierfür muss beim zuständigen Sozialamt ein Antrag auf Kostenübernahme der Heimkosten gestellt werden. Die Behörden prüfen daraufhin die persönliche finanzielle Situation, das Vorhandensein möglicher Rücklagen, zustehende Rentenzahlungen aber auch anderweitige Besitzstände wie eigene Immobilien. In manchen Fällen werden auch die Kinder des Versicherten zur Zahlung der Pflegekosten herangezogen, wenn diese nach Abzug eines Selbstbehaltes über ausreichende Einnahmen verfügen. Stellt das Amt jedoch fest, dass die vorhandenen Mittel nicht ausreichen, kann dem Antrag auf Heimkostenübernahme stattgegeben werden. Das Pflegeheim rechnet dann direkt mit dem sozialen Kostenträger ab.

Alle Angaben ohne Gewähr! Text: S.M. / Stand: 23.06.2018