Wohnen im Mehrgenerationenhaus

Senioren im Mehrgenerationenhaus
In einem Mehrgenerationenhaus leben Senioren mit jungen Menschen und Kindern zusammen. ( Foto: © aletia2011)

Mehrgenerationenhäuser für Senioren: Miteinander statt allein

Mehrgenerationenhäuser sind die wohl jüngste Wohnform für Senioren. Aber nicht ausschließlich für diese. Wie der Name sagt, leben in einem solchen Haus Mitglieder verschiedener Altersklassen zusammen. Eine durchaus interessante Wohnmöglichkeit mit vielen Vorteilen, die außerdem vom Bund aktiv gefördert wird. Was Mehrgenerationenhäuser bieten und für wen sie sich eignen, ist Thema des nachfolgenden Abschnitts.

Was ist ein Mehrgenerationenhaus?

Ein Haus für mehrere Generationen - so weit, so gut. Das Grundprinzip der Mehrgenerationenhäuser ist ein Zusammentreffen von Jung und Alt und oftmals auch das verschiedener Kulturen. Konkret handelt es sich hier um ein Haus mit mindestens zwei separaten Wohneinheiten, die von gemeinschaftlichen Flächen ergänzt werden. Die Bewohner der einzelnen Einheiten müssen dabei nicht miteinander verwandt sein. Gerade der Kontakt zu bisher unbekannten Mitbürgern soll gefördert werden und am Ende zu einer gut funktionierenden Gemeinschaft werden. Denn im Unterschied zu normalen Mietwohnungen ist es die Gemeinschaft, die beim Mehrgenerationenhaus eine zentrale Bedeutung hat. Seit 2006 fördert der Bund den Umbau leer stehender Wohnflächen und den Neubau von Mehrgenerationenhäusern. Rund 450 gibt es derzeit in Deutschland, Tendenz steigend.

Für wen eignet sich ein Mehrgenerationenhaus?

Ob man ein Typ für das Leben im Mehrgenerationenhaus ist, kann man ganz leicht feststellen. Wichtig ist, wie sehr man die Gemeinschaft in seinen Alltag integrieren kann und möchte. Zwar steht der persönliche Rückzugsort in Form der eigenen Wohnung zur Verfügung, aber die zusätzlichen Gemeinschaftsräume wollen ebenfalls genutzt werden. Wer die Anonymität unter Nachbarn in einem Mietshaus nicht möchte, der kann in einem Mehrgenerationenhaus sein Glück finden. Hier leben Senioren zusammen mit jüngeren Menschen und profitieren im Alltag voneinander. Auch wer keine eigenen Kinder oder ein großes soziales Netz hat, ist hier willkommen.

Was leistet ein Mehrgenerationenhaus?

Konkret sieht die Verteilung in einem Mehrgenerationenhaus so aus, dass die ältere Generation die gut erreichbaren Wohneinheiten im Erdgeschoss benutzt, oder zumindest über einen Aufzug zur Wohnebene verfügt. Die jüngeren bewohnen die anderen Parteien. Der gemeinsame Raum, landläufig auch als "Offener Treff" bezeichnet, ist das Herzstück des Hauses. Hier kommen die verschiedenen Bewohner miteinander ins Gespräch. Außerdem gibt es hier für Mitbürger die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Zahlreiche Mehrgenerationenhäuser sind dicht an die Vereinsnetzwerke der Heimatgemeinde angeschlossen. Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr, Vertreter der Nachbarschaftshilfe oder Praktikanten eines sozialen Studiums wirken aktiv mit und helfen den Bewohnern bei der Gartenpflege oder begleiten ältere Menschen im Alltag. Eine umfassende Pflege darf hier nicht erwartet werden, wohl aber das gegenseitige Unterstützen. Insgesamt hängt die Leistung immer von der einzelnen Einrichtung ab, denn ein zwingendes Programm für Mehrgenerationenhäuser gibt es so nicht. Der Gemeinschaftsgedanke soll immer im Fokus stehen, ergänzend sind verschiedene Betreuungsleistungen und Angebote denkbar.

Was kostet eine Wohnung im Mehrgenerationenhaus?

Bewohner mieten eine Wohneinheit, die in der Regel wesentlich günstiger als ein Platz im Betreuten Wohnen ausfällt. Der konkrete Preis orientiert sich an der ortsüblichen Miete und gegebenenfalls zusätzlich abgeschlossenen Dienstleistungsverträgen mit externen Firmen. Dank des großen ehrenamtlichen Engagements von außen können die Kosten in der Regel in einem moderaten Rahmen gehalten werden.

Text: S.M. Stand: 14.08.2018