Pflegestufe beantragen

Ein Antrag für eine Pflegestufe
Wie eine Pflegestufe beantragen? Welche Voraussetzungen gibt es? Tipps und Informationen! ( Foto © Marco2811 )

Achtung: Ab 2017 gibt es Pflegegrade! - Und keine Pflegestufen mehr!

Wie kann ich eine Pflegestufe beantragen?

Das Beantragen einer Pflegestufe ist recht einfach! Nur keine Angst vorm Antrag!
Grundsätzlich hat jeder krankenversicherte Mensch in Deutschland Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse. Einzige Voraussetzung: Sie müssen pflegebedürftig sein. Und hier liegt auch bereits die größte Unsicherheit innerhalb der Bevölkerung. Denn was genau ist pflegebedürftig? Wie groß müssen die Einschränkungen im Alltag sein, um eine Pflegestufe zu bekommen? Und wie läuft der Antrag auf eine Pflegestufe überhaupt ab? Fragen, die gerade ältere Menschen bewegen. Fakt ist leider nach wie vor: Zu oft wird der Antrag auf Erteilung einer Pflegestufe zu spät gestellt. Dabei gibt es dafür keinen plausiblen Grund, denn der Antrag auf eine Pflegestufe ist kein Hexenwerk. Wir geben Ihnen eine erste Übersicht, um Ihnen mögliche Bedenken und Zweifel zu nehmen.

Wer kann eine Pflegestufe beantragen?

Kurz und knapp: jeder!
Sie müssen nicht bettlägerig sein und auch nicht im Pflegeheim leben.
Jeder Bürger kann die Einstufung in eine Pflegestufe beantragen. Eine kleine Einschränkung gibt es, denn der Antrag darf nur gestellt werden, wenn Sie seit mindestens zwei Jahren pflegeversichert sind.
Diese sogenannte Vorversicherungszeit gilt sowohl für freiwillig gesetzlich Versicherte, für Privatversicherte als auch für Familienversicherte.
Bei jeder Krankenkasse.

Wie und wo stelle ich den Antrag auf Erteilung einer Pflegestufe?

Senior mit Pflegestufe
Wo stelle ich den Antrag auf eine Pflegestufe?
Bei der Krankenkasse!
Foto: © Peter Maszlen

Allein das Wort "Antrag" lässt einen hohen bürokratischen Aufwand vermuten. Erfreulicherweise ist dem in puncto Pflegestufe nicht so. Denn ein Antrag auf Erteilung einer Pflegestufe kann völlig formlos bei der eigenen Krankenkasse erfolgen. Diese ist immer der richtige Ansprechpartner, denn die zuständige Pflegekasse ist ihr eng angegliedert, die zuständigen Mitarbeiter dieselben.
Im Prinzip genügt ein Anruf bei der Krankenkasse. Wer nachvollziehbare Unterlagen haben möchte, fährt mit einer formlosen, schriftlichen Beantragung der Pflegestufe aber besser. Da die Ertei-lung einer solchen Stufe oftmals mehrere Wochen in Anspruch nimmt und die Leistungen erst ab dem Tag der Antragstellung gezahlt werden, ist so genau nachzuvollziehen, wann der Antrag erst-mals gestellt wurde. Am Ende geht es um viel Geld, das Ihnen als Pflegebedürftiger zusteht.

Den Antrag stellt immer der mutmaßlich Pflegebedürftige selbst. Sich Hilfe zu holen, ist selbstverständlich möglich. Diese Unterstützung kann aus der eigenen Familie kommen, aber auch von geschulten Pflegeberatern. Diese finden Sie bei speziellen Pflegestützpunkten, ambulanten Pflege-diensten, Pflegevermittlungen oder Seniorenbeauftragten der Heimatgemeinde. In der Regel ist diese Leistung kostenlos.

Vorsicht bei Festlegungen im Antrag

Viele Krankenkassen haben eigene Formulare, die sie Ihnen nach der ersten Kontaktaufnahme zusenden. Selbstverständlich können Sie diese ausfüllen, sollten jedoch vorsichtig sein, was kon-krete Aussagen zum Grad der Pflegebedürftigkeit angeht. Die eigene Hilfebedürftigkeit ist ein empfindliches Thema, das viele Menschen verständlicherweise nicht an die große Glocke hängen. Doch wenn Pflegebedarf besteht, besteht auch ein Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse. Um nicht fälschlicherweise zu niedrig eingestuft zu werden, sind konkrete Aussagen zum Gesundheits-zustand durch Laien - und ein solcher sind Sie als Antragsteller in der Regel - zu vermeiden. Was Sie aber tun können, ist Unterlagen Ihres Hausarztes sammeln und bei Bedarf vorlegen können.

Wie läuft die Einstufung zur Pflegeversicherung ab?

Papier alleine reicht nicht aus, jede Beantragung einer Pflegestufe zieht immer auch einen persönlichen Termin mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen nach sich. Die sogenannte Begutachtung erfolgt persönlich durch einen Arzt oder eine Pflegekraft des MDK bei Ihnen zu Hause. Dies hat einen einfachen Grund, denn nur im direkten Kontakt kann sich der Gutachter ein konkretes Bild Ihrer Situation machen. Begutachtet und auch im Rahmen eines persönlichen Gesprächs erfragt, werden Dinge des alltäglichen Lebens. Wie gut funktioniert die selbstständige Körperpflege, ist der Antragsteller orientiert und findet sich in seinem Wohnumfeld alleine zurecht? Gibt es Einschätzungen von Pflegediensten oder dem Hausarzt zum Grad der Pflegebedürftigkeit? All diese Punkte führen am Ende zu einer Einschätzung des Gutachters. Je nachdem wie groß der Hilfebedarf ist, umso höher kann die Pflegestufe ausfallen.

Eine höhere Pflegestufe beantragen

Übrigens ist eine einmal erteilte Pflegestufe nicht in Stein gemeißelt. Hat sich der Bedarf erhöht, kann jederzeit eine Überprüfung mit Ziel der Höherstufung beantragt werden. Sodass die erteilten Leistungen immer individuell auf den persönlichen Pflegebedarf abgestimmt sind.
Wenden Sie sich an Ihre Pflegekasse wenn Sie eine neue Pflegestufe beantragen möchten!

Text: S.M.. / Stand: 20.10.2018