Pflegegrade

Es gibt 5 Pflegegrade
Wieviel Geld gibt es im Pflegegrad 1- 5? ( Foto: © Sir_Oliver )

Welche Leistungen gibt es in den einzelnen Pflegegraden?

Zum 1. Januar 2017 lösen fünf neue Pflegegrade die bisherigen drei Pflegestufen ab. Mit dem Pflegestärkungsgesetz II will der Gesetzgeber vor allem Pflegebedürftige stärken, bei denen eine nicht vorhandene Alltagskompetenz zu Einschränkungen führt.
Die bisherige Einstufung in die Pflegestufen fokussierte besonders auf körperliche Erkrankungen, obwohl auch Demenzkranke Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen benötigen, wurde diese Gruppe bei der Pflege bisher nur unzureichend berücksichtigt. Körperliche, geistige und seelische Beeinträchtigungen fließen bei der Einstufung in den Pflegegrad nun ebenfalls in die Bewertung ein. Darüber hinaus bemisst sich die Einstufung in den Pflegegrad nicht mehr nach dem zeitlichen Pflegeaufwand, sondern nach den Fähigkeiten und der Selbständigkeit des Pflegebedürftigen.

Anerkannte Pflegebedürftige, die bereits einer Pflegestufe zugeordnet wurden, werden automatisch einem neuen Pflegegrad zugeordnet. Der Gesetzgeber sorgt mit dem Bestandsschutz dafür, dass es bei der Überleitung keinesfalls zu einer Schlechterstellung kommen kann. Eine erneute Begutachtung bei bereits anerkannten Pflegebedürftigen ist nicht vorgesehen.

Die Festsetzung des Pflegegrades

Die individuelle Situation der Pflegebedürftigen wird also nach dem Pflegestärkungsgesetz II stärker berücksichtigt. Vor allem die Selbständigkeit und die Fähigkeiten zur Bewältigung des Alltags stehen bei der neuen Begutachtung im Vordergrund. Bei der Feststellung des Pflegegrades haben die Gutachter den Menschen in seiner Gesamtheit im Blick, wobei nach dem Neuen Begutachtungssystem NBA von einer geringen Beeinträchtigung der Selbständigkeit bis hin zu einer schwersten Beeinträchtigung des selbständigen Lebens in insgesamt fünf Graden unterschieden wird. Dabei werden für insgesamt sechs Bereiche Punkte vergeben, auf deren Basis sich der Pflegegrad ergibt.

Die Bereiche die zur Festsetzung eines Pflegegrades begutachtet werden :

  • Mobilität
  • kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Belastungen und Anforderungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte

Zusätzlich werden außerhäusliche Aktivitäten und Haushaltsführung begutachtet, diese beiden Kriterien haben jedoch keinen Einfluss auf den Pflegegrad, da sie bereits bei der Selbständigkeit berücksichtigt werden.

Die Pflegegrade im Überblick

Die einzelnen Bereiche werden bei Festsetzung des Pflegegrades unterschiedlich gewichtet. So fließt der Bereich Selbstversorgung mit einer Gewichtung von 40 Prozent in die Bewertung ein, der selbständige Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Belastungen wird mit 20 Prozent in die Bewertung aufgenommen. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten sowie Verhaltensweisen und psychische Problemlagen werden zusammen zu 15 Prozent gewichtet, ebenso wie die Gestaltung des Alltagslebens. Die Mobilität fließt mit einem Anteil von 10 Prozent in die Berechnung ein. Nach der Begutachtung ergibt sich eine Gesamtpunktzahl anhand derer die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade erfolgt.

Wieviele Punkte sind für einen Pflegegrad nötig?

  • Pflegegrad 1 zwischen 12,5 und unter 27 Punkten, geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 2 zwischen 27 und unter 47,5 Punkten, erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 3 zwischen 47,5 und unter 70 Punkten, schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 4 zwischen 70 und unter 90 Punkten, schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 5 zwischen 90 und 100 Punkten, schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Die Leistungen der Pflegeversicherung ergeben sich aus der Einstufung in den jeweiligen Pflegegrad.

Stand: 11.05.2018