Urteil: Großeltern können Anspruch auf Kindergeld haben

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Das Kindergeld als staatliche Leistung steht für gewöhnlich nur Eltern zu. So soll es Familien ermöglicht werden, ihre Kinder besser zu unterstützen und finanzielle Schwierigkeiten zu vermeiden. Großeltern als Empfänger galten bislang als eher unüblich. Nun jedoch haben Richter am Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschieden, dass auch Oma und Opa unter Umständen einen Anspruch haben können.

Klage eines Großvaters

Im aktuellen Fall zog ein Großvater vor Gericht, nachdem ihm die Landesfamilienkasse weitere Kindergeldzahlungen verwehrte. Seine Tochter hatte bis Mai 2015 gemeinsam mit ihrer Tochter im Haushalt der Großeltern gelebt, wobei sich Oma und Opa viel um die Enkelin gekümmert hatten. Nach dem Auszug der Tochter dann versuchte der Großvater, seinen Anspruch auf Kindergeld weiterhin durchzusetzen, scheiterte aber an der Landesfamilienkasse. Seine Argumente: Die Enkelin wohnt weiterhin regelmäßig bei ihm und seiner Frau, behält ihr eigenes Zimmer und wird von Oma und Opa betreut. Auf diese Weise wollten die Großeltern ihre Tochter unterstützen, da diese als alleinerziehende Studentin nur begrenzte Möglichkeiten zur Betreuung ihres Kindes hat.

Das Gericht entschied zu Gunsten der Großeltern

Nach der Klage des Großvaters gegen die behördliche Entscheidung befassten sich Richter am Finanzgericht Rheinland-Pfalz mit der Thematik. Sie erachteten die Großeltern nach eingehenden Gesprächen auch weiterhin als berechtigt, Kindergeld zu empfangen. Das vor allem, weil die Beziehung zwischen Großeltern und Enkelkind als „elternähnlich“ bezeichnet werden kann und das Kind einen Großteil seiner Zeit bei Oma und Opa verbringt.
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