Alkohol: Komasaufen ein Seniorenproblem?

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Nachdem in den vergangenen Wochen häufiger darüber diskutiert wurde, ob Pflegeeinrichtungen sich besser auf alkoholkranke Senioren einstellen müssen, unterstreichen aktuelle Berichte diesen Gedanken. So trinken laut Robert-Koch-Institut (RKI) zahlreiche Senioren in der Bundesrepublik mitunter so viel Alkohol, dass sie anschließend auf ärztliche Hilfe angewiesen sind.

Trinken bis der Arzt kommt

Das sogenannte „Komasaufen“ galt bisher als Jugendproblem, nun jedoch wird klar: Die betroffene Generation ist weitaus älter. Während junge Menschen von aktuell laufenden Präventionsprogrammen profitieren und entsprechend seltener dem akuten Alkoholrausch verfallen, steigen die Zahlen betroffener Senioren deutlich. Das Robert-Koch Institut spricht von über 350.000 Senioren bundesweit. Untersucht wurde in der Studie, wer nach dem Alkoholgenuss in ärztliche Behandlung übergeben werden musste. Vor allem ältere Männer gehören hierzu.

Riskanter Konsum kaum erkennbar

Wie aus der Studie des RKI hervorgeht, trinken 18 Prozent der weiblichen und 34 Prozent der männlichen Senioren ab 65 und bis 79 Jahre so viel Alkohol, dass ihr Konsum als „riskant“ eingestuft werden kann. Es ist durchaus möglich, dass die Dunkelziffer höher liegt, denn bei Senioren kommt es nicht selten vor, dass ihr Alkoholproblem verkannt wird. Verwirrung, mangelnde Hygiene, Sprachschwierigkeiten und weitere Symptome bringt der Betrachter hier nicht selten mit dem Alter per se in Verbindung. Daher ist es wichtig, dass Angehörige, Freunde und auch Pflegepersonal die Option des Alkoholmissbrauchs nicht vergessen und gegebenenfalls genauer hinsehen.
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