Graue Wohnungsnot: Altersgerecht Wohnen wird zur Herausforderung

Kaum altersgerechte Wohnungen für Senioren

Senior in einer Wohnung

Zu groß, zu viele Treppen, nicht barrierefrei: Senioren in Deutschland leben häufig in Wohnungen, die ihren Bedürfnissen nicht entsprechen. Und während junge Familien nach eben diesen größeren Wohnungen suchen, gelingt es Senioren nicht, eine neue Bleibe zu finden. Hieraus entsteht die sogenannte „graue Wohnungsnot“, die laut Experten zu einem großen, gesellschaftlichen Problem heranwächst. (Mehr zum Thema Wohnen für Senioren)

Wenige Senioren nutzen altersgerechte Wohnungen

Wie der Sozialverband VdK berichtet, wohnen gerade einmal fünf Prozent der deutschen Senioren in Wohnungen, die als altersgerecht bezeichnet werden können. Da die Überalterung der Gesellschaft stetig zunimmt, vergrößert sich dieses Problem von Jahr zu Jahr. Ein Umzug nämlich gestaltet sich schwierig. Das liegt daran, dass die Mieten für kleinere Wohnungen in den meisten Fällen teurer sind als für das bislang bewohnte Zuhause. Aufgrund zu niedriger Renten ist es Senioren daher unmöglich, Wohnraum für Familien freizugeben. (Lesen Sie auch: Im Alter zu Hause wohnen)

Steigende Seniorenzahlen, mangelnde Lösungsansätze

Derzeit leben in Deutschland etwa 18 Millionen Senioren. Bis 2040, so das Pestel-Institut, wird es rund 24 Millionen Senioren geben, die mit immer weniger Rente werden auskommen müssen. Ergänzende Grundsicherung dürfte dann von rund einem Viertel aller Senioren in Anspruch genommen werden. Aktuell trifft das auf nur drei Prozent zu. Wie der VdK zusätzlich anmerkt, leben Senioren heute im Schnitt auf etwa 59 Quadratmetern, der Bundesdurchschnitt aber liegt bei nur 46 Quadratmetern. Eine Schwierigkeit, für die es bislang noch keine sinnvollen Lösungsideen gibt. Auch gibt es kaum altersgerechte Wohnungen für Senioren auf dem Markt.
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Foto © Robert Kneschke