Bedürfnisorientiert erziehen: Was bedeutet das für Großeltern?

Senior und Enkel

Aktuell sorgt der Kinofilm „Elternschule“ in Deutschland für Furore. Eltern und Experten sind erschrocken über die Maßnahmen, die in der gezeigten Klinik Anwendung finden, um Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu helfen. Strafe und Zwang nämlich gehören längst nicht mehr zu dem, was Eltern heute als sinnvoll erachten, wenn es um gute Erziehung geht. „Bedürfnisorientiert“ ist das Schlagwort. Was aber sollten Großeltern in diesem Zusammenhang bedenken?

Bedürfnisse sind wichtig und wollen befriedigt werden

Es kann passieren, dass sich in vielen Familien Konflikte ergeben, weil Eltern und Großeltern im Thema Erziehung anderer Meinung sind. Für Großeltern gilt hier an erster Stelle: Die Eltern bestimmen über die Erziehung ihrer Kinder und Großeltern können allenfalls mit Rat und Tat unterstützen, sollten sich jedoch nicht einmischen. Die bedürfnisorientierte Erziehung mag auf viele Menschen älteren Semesters seltsam wirken. Hier werden Kinder nicht mit harten Regeln erzogen, sondern es kommt zu mehr Einvernehmlichkeit zwischen Eltern und Kindern. Gemeinsames Schlafen in einem Bett hat nichts mehr mit „Verweichlichung“ zu tun und wenn Kinder trotzen, geben Eltern ihnen auch hierzu die Freiheit.

Birgt die neue Erziehung Risiken?

Natürlich kann es passieren, dass die bedürfnisorientierte Erziehung nicht richtig angewendet wird. Auch hier nämlich ist es wichtig, dass Kinder Stück für Stück in eine funktionierende Gemeinschaft hineinwachsen und sich mit deren Regeln und Gepflogenheiten auseinandersetzen. Es muss sogar erlaubt sein, dass sich Eltern und Kinder streiten, denn so entsteht eine Grundlage für das Lernen neuer Dinge. Bedürfnisorientiert zu erziehen, ist nur dann riskant, wenn es mit dem gänzlichen Fehlen von Grenzen gleichgesetzt wird. Dann nämlich fällt es Kindern schwer, sich im späteren Sozialleben zurechtzufinden. Verantwortungsbewusste Eltern, die das berücksichtigen, machen jedoch auch bei dieser modernen Form der Erziehung nichts falsch.
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Foto: © David Pereiras